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Grundlagen der Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie baut auf wissenschaftlichen Grundlagen auf. Die wichtigste Grundlagenwissenschaft ist die empirische Psychologie. Aber auch Wissen aus Medizin und Biologie wird berücksichtigt. Die eigenen theoretischen Konzepte und therapeutischen Methoden werden laufend nach empirischen Kriterien überprüft und weiterentwickelt. So etablierte die Verhaltenstherapie im Lauf der Jahre bewährte spezifische Behandlungsverfahren (z.B. Dialektisch-behaviorale Therapie, Expositionstherapie) und allgemeine Veränderungsverfahren (z.B. Soziales Kompetenztraining, Schematherapie).

Die Verhaltenstherapie versteht den Menschen als ein komplexes Wesen – es denkt, fühlt und handelt. Sein Körper ist ihm dabei das wichtigste Werkzeug. Die Erlebensebenen denken, fühlen, handeln stehen dabei gemeinsam mit dem Körper in einer sehr engen Wechselwirkung. Der Mensch hat außerdem eine persönliche Geschichte und Erwartungen an die Zukunft. Und er steht im Austausch mit anderen, die ihrerseits wieder denkende, fühlende, handelnde Wesen mit einer persönlichen Geschichte, und Erwartungen bzgl. Zukunft sind.
Wir sind also komplexe, soziale Wesen. Und wir sind entwicklungsfähig: wir stehen in ständiger Interaktion mit unserer Umwelt, integrieren unsere Erfahrungen und können uns an den Lauf der Zeit und der Dinge anpassen.

Um zu verstehen, warum Probleme oder Symptome entstehen, unterscheidet die Verhaltenstherapie bei der Problemanalyse zwischen drei Faktoren:

Prädisponierende, vorangehende Bedingungen:
Was habe ich mitgebracht, wie hat meine Geschichte mich geprägt und geformt?

Auslösende Faktoren:
Was hat die aktuellen Probleme und Symptome unmittelbar ausgelöst?

Aufrechterhaltende Faktoren:
Was trägt dazu bei, dass die Probleme und Symptome weiterbestehen? Hier konzentrieren wir uns auf die Faktoren, die Sie kontrollieren können: Ihre Wertesysteme, Ihre Bewältigungsstrategien, Ihre Kompetenzen und Ressourcen.

Dieses Bedingungsmodell ist die Grundlage für den Behandlungsplan.

Die Verhaltenstherapie integriert eine große Vielfalt an evidenzbasierten Arbeitsmethoden.

Gesprächsführung
Gesprächstechniken wie sokratischer Dialog oder kognitive Umstrukturierung unterstützen Sie dabei eigene Wertesysteme und Reaktionsweisen zu reflektieren, und auf ihre Zweckmäßigkeit zu überprüfen.

Aufbau von Fertigkeiten
Problemlösungsstrategien, emotionale und soziale Kompetenzen – all das fließt in unsere Bewältigungsstrategien ein. Je kompetenter wir hier werden, desto besser sind wir in der Lage, unser Leben selbstbestimmt und sozial verträglich zu gestalten. Den Erwerb weiterer Kompetenzen unterstütze ich als Verhaltenstherapeutin durch Wissensvermittlung, direkte Anleitung und durch Rollenspiele, aber auch durch Techniken aus dem Achtsamkeitstraining und der Aktzeptanz- und Commitmenttherapie.

Veränderung von belastenden Mustern, Ablösung von überholten Mustern
Gerade tief verwurzelte Muster brauchen gezielte Interventionen wie zum Beispiel die Arbeit mit Stühlen, oder Arbeit mit Imaginationen. Auch Arbeit mit Hilfsmittel wie Aufstellungsfiguren oder Bildkarten kann sehr hilfreich sein.

Wohlbefinden fördern
Positive, angenehme Gefühle zu empfinden, Genuss ohne schlechtes Gewissen auszukosten, sich selbst freundlich und empathisch zu begegnen – viele haben das verlernt! Mit den sogenannten euthymen Verfahren wie Genusstraining und Entspannungsverfahren wird dieser wichtige persönlich Bereich unterstützt.

Die therapeutische Arbeitsbeziehung soll einerseits sicherer Rahmen sein, der es Ihnen ermöglicht, sich zu öffnen, und auf die Therapie einzulassen. Akzeptanz, Transparenz und Authentizität bringe ich in diese Arbeitsbeziehung mit. Andererseits ist die therapeutische Beziehung aber auch ein Übungs- und Erfahrungsfeld: Sie erhalten eine authentische, wertschätzende Resonanz auf Ihre Person. So können wir auch interpersonelle Aspekte in Ihrem therapeutischen Prozess berücksichtigen. Die grundlegende Bedeutung der therapeutischen Arbeitsbeziehung ist ebenfalls in vielen Studien belegt.

Verhaltenstherapie soll Hilfe zur Selbsthilfe sein. Das Verständnis von sich selbst soll erweitert werden, die Erschließung von Ressourcen und der Aufbau zweckmäßiger Bewältigungsstrategien soll unterstützt werden. Dies erfordert Ihren aktiven, konkreten Einsatz. Ob es Interventionen und Arbeitstechniken innerhalb der Therapieeinheiten betrifft, oder Übungen und Anwendung neuer Strategien in Ihrem Alltag. Ihre aktive Mitarbeit ist ein wichtiger Faktor für das Erreichen von Therapiezielen. Dadurch sollen Sie nicht nur aktuelle und künftige Probleme selbständig analysieren und bewältigen können. Auch eine selbstbestimmte, bedürfnisorientierte und ausgewogene Gestaltung Ihres Alltags und Ihrer Beziehungen soll gefördert werden.

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